Engelbert von Velsen

und Wilhelmine Hueck

Emma von Velsen

Nr. 3.6

 

Emma von Velsen (* 4. August 1871 in Unna; † 7. März 1956 in Hagen), Pächterin des Kronguts Groß-Chocicza

 

Eltern

Ihre Eltern waren der Pastor Emil von Velsen (1832–1881, Nr. 3) und Emma Josephson (1839–1926), eine Tochter des Kaufmanns Eduard Josephson (1813–1871).

 

Heirat

Am 25. Mai 1893 heiratete sie in Unna den Oberamtmann Curt Frielinghaus (1859–1899).

Das Ehepaar hatte keine Kinder.

Nach dem Tod ihres Ehemanns kümmerten sich ihre Schwäger Carl von der Hellen (1854–1913), Albert Frielinghaus und Paul Sümmermann um die Pacht des Gutes. Sie selbst fuhr nach Berlin und bat um ein Gespräch mit dem preußischen Minister Wilhelm von Wedell-Piesdorf (1837–1915). dieser genehmigte daraufhin, daß ihre Pacht weiterhin geführt werden konnte.

Der Gutsbezirk Groß-Chocicza wurde 1906 in Groß-Gottschütz umbenannt.

Nach dem Ersten Weltkrieg blieb sie zunächst auf dem Gut, doch die inzwischen polnische Regierung drängte auf eine schnelle Abreise. Im September 1919 mußte sie das Gut verkaufen, der bisherige polnische Inspektor Stefan Trawiński übernahm die Pacht. Sie reiste tagelang bis nach Bad Harzburg, wo ihre verwitwete Schwester Marie (1865–1944, Nr. 3.4) lebte.

Dort konnte sie aus den Entschädigungszahlungen das Haus „Anita" erwerben, sie lebte 18 Jahre dort in der Stadt, obwohl sie doch die Landwirtschaft liebte. Daher kaufte sie im Februar 1937 ein Gut in Schermeisel im Kreis Oststernberg, östlich von Frankfurt an der Oder. Der Hof hatte 840 Morgen (= 214,5 Hektar) Ackerland. Doch ein Jahr später wurde das Gut enteignet, da ein Flugplatz eingerichtet werden sollte. Sie erhielt als Ausgleich einen Hof in Wittstock bei Küstrin, im Kreis Königsberg in der Neumark an der Warthe.

Im September 1944 verließ sie zum letzten Mal Wittstock und kehrte zurück nach Bad Harzburg, da ihre Schwester Marie im Sterben lag.

Als ihr Schwager Friedrich Funcke 1946 gestorben war, beschlossen ihre Schwester Ida (1875–1971, Nr. 3.8) und sie in Hagen zusammenzuziehen.

Sie starb dort mit 84 Jahren. Die Grabrede hielt ihr Neffe und Pastor Werner Dicke (1908–1969, Nr. 3.93) zu dem Bibelvers Jeremia, 30, 11a: „Denn ich bin mit dir, spricht der Herr, dir zu helfen: ich will den Garaus machen allen Völkern, unter die ich dich zerstreut habe, nur dir will ich nicht den Garaus machen."

 

Nachkommen

Sie adoptierte nach dem Tod ihres Ehemanns im August 1910:

Nr. 3.61 – Astrid (1909–1991) – verheiratet mit Friedrich Bensing (1897–1945)

 

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